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TU Berlin

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Mentorenqualifizierung 2019

Kurz vor Beginn der Herbstferien endete an der School of Education der TU Berlin (SETUB) die Mentoringqualifizierung 2019 mit der Überreichung der Zertifikate an die frisch ausgebildeten Mentorinnen und Mentorinnen. Die 21 Kolleginnen und Kollegen reihen sich damit ein in die berlinweit mittlerweile über 1500 Lehrinnen und Lehrer (SETUB: ca. 120), die die Qualifizierung durchlaufen haben, um die eigene Betreuungspraxis in der Begleitung der Studierenden des Praxissemesters an ihren Schulen weiterzuentwickeln.

Worum geht es bei der Qualifizierung?

Die Qualifizierung, die gemeinsam von den lehrkräftebildenden Universitäten Berlins entwickelt wurde, setzt sich dabei aus sechs Modulen zusammen, die sowohl fachunabhängig als auch fachspezifisch verschiedene Aspekte der Mentorentätigkeit beleuchten. In ihrem Zentrum steht dabei ein neuer, in den USA und der Schweiz entwickelter Coachingansatz, der auf die Entwicklung der unterrichtsspezifischen Handlungskompetenz der Mentees abzielt und dabei von den Mentorinnen und Mentoren ein Umdenken erfordert. Entgegen der, etwa im Referendariat gängigen, Ausbildungspraxis von ausführlichen UnterrichtsNACHbesprechungen, versteht dieser Ansatz vor allem die UnterrichtsVORbesprechung als zentralen Lernort, an dem Mentorin oder Mentor gemeinsam und gleichberechtigt mit ihrem Mentee Unterrichtssequenzen entwickeln.

Wie wird der neue Coachingansatz von den Mentorinnen und Mentoren angenommen?

Mentorin Ina K., die selbst erst vor kurzem den Vorbereitungsdienst absolviert hat, findet dieses Vorgehen zielführend:  „Im Referendariat läuft es ja immer komplett andersherum, da gibt es i.d.R. keine Vorbesprechung des Unterrichts, sondern die Nachbesprechungen. Ich finde aber gerade für die Studenten ist die Vorbesprechung viel, viel wichtiger. Es fehlen da einfach noch Grundlagen, und deswegen finde ich gerade die Vorbesprechung enorm wichtig und ich glaube auch für die Studenten ist das sehr gewinnbringend.“

Wie werden „Kernperspektiven“ und „Leitfragen“ beim Coaching eingesetzt?

Als unterstützendes Instrument stehen dem Mentoringtandem dabei die sogenannten  Kernperspektiven und Leitfragen zur Seite, die  Strukturierung und Fokussierung  in der Auseinandersetzung mit der Komplexität von Unterricht erleichtern. Sich dabei offen gegenüber den Vorschlägen der Studierenden zu zeigen, fällt vielen Mentorinnen und Mentoren dabei schwerer als zunächst erwartet, wie auch Teilnehmer Isa B. zu berichten weiß. „Man hat irgendwie immer seine eigene Planung im Kopf und es fällt schwer, sich wirklich zurückzunehmen und nicht seine eigene Sichtweise durchzusetzen.“ Um sich der eigenen Kommunikation bewusst zu werden und sich einer ko-konstruktiven Arbeitsweise anzunähern, werden die Teilnehmer daher vermehrt durch Rollenspiele in Coachingsituationen versetzt, die auch gefilmt werden.
„Nach anfänglicher Skepsis haben die Teilnehmer die Videographie größtenteils als sehr wirksam empfunden, da das Material sehr konkrete Reflexionsanlässe gegeben hat. Teilweise wurde in den Modulen sogar mit den eigenen Studierenden zusammengearbeitet“ ziehen die Dozierenden der Fachdidaktiken ein positives Fazit.

Welche Evaluationsergebnisse gibt es zur Qualifizierung?

Und auch die Rückmeldung der anderen Akteure fällt positiv aus. So zeigen die Ergebnisse der Postbefragung der Teilnehmer, dass die Mentoringqualifizierung als sinnvolle Weiterentwicklung der eigenen Betreuungspraxis verstanden wird und die Ansätze des Orientierungsgespräches sowie des Fachspezifischen Unterrichtscoachings auch in der Praxis Anwendung finden. Eine Befragung der Studierenden an der HU Berlin zeigte zudem, dass Studierende, die von ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren betreuet wurden, den Zuwachs ihrer unterrichtsspezifischen Handlungskompetenzen als signifikant höher einstuften als Studierende, die von Mentorinnen und Mentoren ohne Qualifizierung betreut wurden.

Wie ist der Qualifizierungsstand an der TU Berlin und wie sind die Perspektiven?

In den bisherigen vier Durchgängen konnten an der SETUB 121 Mentorinnen und Mentoren für die Studierenden der Fächer Wirtschaft-Arbeit-Technik, Ernährung/ Lebensmittelwissenschaft, Landschaftsgestaltung, Elektrotechnik, Metalltechnik und Bautechnik ausgebildet werden.  „Ein positives Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit von Schule und Universität in der Lehrkräftebildung funktionieren kann“ freut sich die Geschäftsführerin der SETUB, Frau Dr. Ophardt. Angestrebt ist daher auch eine Fortführung des Angebots. Ob und in welcher Form dies in Zukunft zu realisieren sein wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht fest.

Weitere Erkenntnisse zur Mentoringqualifizierung finden Sie im Zwischenbericht.

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